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dbb jugend nrw gewinnt Politikaward 2016
26.11.2016 | Meilensteine

dbb jugend nrw gewinnt Politikaward 2016

Auszeichnung für Kampagne „Gefahrenzone Öffentlicher Dienst“

 

Mit ihrer Kampagne „Gefahrenzone Öffentlicher Dienst“ sorgte die dbb jugend nrw in den letzten Monaten für viel Aufmerksamkeit bei Politik, Medien und in der Öffentlichkeit. Jetzt wurde der Jugendverband dafür in Berlin mit dem Politikaward 2016 ausgezeichnet.

 

Bei der Arbeit angepöbelt oder sogar angegriffen zu werden, gehört in vielen Bereichen des Öffentlichen Dienstes inzwischen zum Tagesgeschäft. Die Deutsche Beamtenbund-Jugend NRW (dbb jugend nrw) will das nicht einfach so hinnehmen und startete aus diesem Grund im April 2016 in Zusammenarbeit mit der Digitalagentur giftGRÜN aus Aachen die Kampagne „Gefahrenzone Öffentlicher Dienst“. Hierfür wurde sie nun am vergangenen Donnerstag, 24. November in Berlin in der Kategorie „Kampagne für kleine Budgets“ mit dem Politikaward 2016 geehrt.

 

Den Auftakt zu der Kampagne gegen Gewalt machte ein Schockvideo in den sozialen Netzwerken. Es bildete eine Situation ab, die zwar nachgestellt, aber dennoch nicht erfunden war: Ein junger Mann rastet aus, randaliert im Büro und schlägt die Beschäftigte zu Boden. Wenige Tage nach Veröffentlichung des Videos ging die Kampagnenseite www.angegriffen.info live. Sie klärt auf, dokumentiert beinahe täglich schwere Übergriffe auf Beschäftigte im Öffentlichen Dienst, ist mit einem Kummerkasten Anlaufstelle für Betroffene und gibt grundlegende Ratschläge zur Prävention.

 

Seit dem Launch der Kampagne im April dieses Jahres wurden über 500 Übergriffe dokumentiert. Die Kampagnen-Webseite wurde über 100.000-mal aufgerufen und mehr als 1.100 Betroffene beteiligten sich an Umfragen zur Situation in den Ämtern und Behörden. Dort kommt es seit geraumer Zeit immer häufiger zu Ausbrüchen von Aggression und Gewalt. Auch in Klassenzimmern und Krankenhäusern, in Bussen und Bahnen und gegenüber Polizisten, Politessen und Ordnungskräften auf der Straße ist der Ton rauer geworden. Es gibt kaum eine Berufsgruppe im Öffentlichen Dienst, die nicht von Beleidigungen und Angriffen betroffen wäre: Sogar Feuerwehrmänner und Rettungssanitäter werden immer häufiger angegriffen – ausgerechnet die, die kommen, um zu helfen.

 

Mit ihrer Kampagne konnte die dbb jugend nrw darauf hinweisen, dass bundesweit rund die Hälfte aller Beschäftigten im Öffentlichen Dienst schon mehrfach Opfer von Gewaltausbrüchen geworden sind und in vielen Behörden nach wie vor Notfallpläne fehlen. Darüber hinaus gelang es dem gewerkschaftlichen Jugenddachverband, nicht nur ein Sprachrohr für die rund 4,65 Millionen Beschäftigten in Deutschlands Öffentlichem Dienst zu schaffen, sondern gleichermaßen auch die Bevölkerung und die Politik zu erreichen und erste Verbesserungen zu erwirken. „Unsere Kampagne ‚Gefahrenzone Öffentlicher Dienst‘ wirkt nicht nur in Nordrhein-Westfalen, wo wir beheimatet sind, sondern hat bundesweit etwas in Bewegung gesetzt. Sogar aus Österreich und Taiwan haben uns Reaktionen erreicht“, erklärt Markus Klügel, Geschäftsführer des Verbandes.

 

Die Auszeichnung mit dem renommierten Politikaward stellt einen vorläufigen Höhepunkt der Kampagne dar. „Mit der Erstplatzierung in der Kategorie ‚Kampagne für kleine Budgets‘ hat die dbb jugend nrw bewiesen, dass man auch mit einem finanziell eng gesteckten Rahmen seine Anliegen erfolgreich nach vorne bringen kann“, freut sich Klügel. Stellvertretend für den Verband hatte er den begehrten Preis gemeinsam mit Vertretern von der Digitalagentur giftGRÜN bei einer Galaveranstaltung im Berliner Vollgutlager entgegen genommen.

 

Mit dem Politikaward werden seit 14 Jahren die besten politischen und gesellschaftlichen Kampagnen ausgezeichnet. Beworben hatten sich rund 400 Bewerber auf eine Auszeichnung in einer von 13 Kategorien. Unter den Preisträgern sind neben der dbb jugend nrw auch der CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach, FDP-Chef Christian Lindner und die „Heute-Show“ als bestes politisches TV-Format.

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